Re: Epipactis peitzii - die Fakten

Geschrieben von Helmut Presser am 11. August 2017 12:29:20:

Als Antwort auf: Re: Epipactis peitzii - die Fakten geschrieben von Werner Hahn am 06. August 2017 19:24:07:

Hallo Werner, servus Bernd,
nach den letzten Worten kommt mir in den Sinn, dass es für peitzii vielleicht nützlich ist, wenn der Standort mehr Licht bekommt. Natürlich darf da keine Hochstaudenflur entstehen, das Astmaterial gehört rausgeräumt. Letztes Jahr war ich am L.c. von E.neglecta. Auch da wurden einige (!) Bäume vor einigen Jahren entnommen, es war eine kleine Lichtung am N-Hang. Gerade an dieser Stelle gab es reichlich leptochila, neglecta und sogar microphylla. Sollte der Gedanke nicht zutreffend sein, kann man nur hoffen, dass die Art nur einige schlechte Jahre hatte und an der 2. Stelle bei passender Witterung wieder reichlicher erscheint. Übrigens, auch in der südlichen Frankenalb ist ein Rückgang von leptochila und neglecta festzustellen - im dunklen Wald. Natürlich sollte man nun nicht einfach in Untätigkeit verweilen, wenn man irgendwas tun kann, das wollte ich nicht ausdrücken.
Schöne Grüße,
Helmut.


>Hallo Bernd, es trifft nicht zu, dass niemand an das Problem "ranwill". Vorgestern war ich mit 2 Vorstandsmitgliedern des AHO Rheinland-Pfalz/Saarland vor Ort. Am locus typicus sind heuer, wie du schon festgestellt hast, keine Epipactis peitzii ausgetrieben. An dem nur wenige 100 m entfernten 2. Fundort haben wir 1 fruchtende Pflanze gefunden.
>Um die Situation richtig einordnen zu können, sind folgende Informationen von Bedeutung:
>1. Nach meinen eigenen, nahezu jährlich durchgeführten Begehungen und Zählungen ist Epipactis peitzii am l.c. in den letzten 15 Jahren tendeziell immer seltener geworden. Auch die syntop vorkommenden Cephalanthera rubra, Cephalanthera damasonium und Neottia nidus-avis wurden immer weniger. Wir haben vorgestern nach langer und ausgiebiger Suche 2 fruchtende Cephalanthera damasonium und 3 sterile sowie 1 fruchtende Cephalanthera rubra gefunden. Neottia war überhaupt nicht präsent!
>2. Am locus typicus wurden heuer Buchen herausgeschlagen und liegen noch im Biotop. Aber am 2. Fundort haben überhaupt keine menschlichen Eingriffe stattgefunden. Trotzdem hat nur 1 einzige Pflanze ausgetrieben.
>Fazit: es sind meines Erachtens nicht die forstlichen Arbeiten, die den Rückgang von Epipactis peitzii verursacht haben!
>Um aber mögliche anthropogene Einflüsse definitiv ausschalten oder zumindest sinvoll lenken zu können, haben wir vom AHO Rheinland-Pfalz/Saarland mittlerweile Flurnummer und Besitzer der Biotope recherchieren können. Wir hoffen, die waldbaulichen Maßnahmen durch persönlichen Kontakt sachgerecht beeinflussen zu können.
>Das eigentliche Problem liegt m.E. aber in einer völlig anderen Dimension; Stichwort: Klimawandel & aerogener Stickstoffeintrag. Aber darüber kann - bis belastbare Daten für diese spezielle Region vorliegen - nur gemutmaßt werden.



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