Re: Bestäuber-Spezifität und Hennecke & Munzinger

Geschrieben von Berthold am 13. Oktober 2015 00:04:51:

Als Antwort auf: Bestäuber-Spezifität und Hennecke & Munzinger geschrieben von Herbert Weyland am 20. September 2015 15:29:02:

Ophrys-Blüten produzieren einen Duftcocktail im Wesentlichen bestehend aus Pheromonen, um ein Insektenweibchen zu imitieren, das dann Insektenmännchen anlockt und bei einer Pseudokopulation die Blüte befruchtet. Australische Orchideen nutzen bis 3, europäische Orchideen bis zu 14 verschiedene Komponenten in ihrem Cocktail.

Florian Schiestl, Zürich und Nicolas Vereecken, Brüssel, berichten, dass die Ophrys den Duftcocktail etwas anders mischt als es der Originalmischung des Insektenweibchens entspricht.

Warum das nun wieder?
Erst glaubte man, die Pflanze wollte mit ihrem etwas breiteren Duftspektrum mehrere unterschiedliche Insektenarten anlocken um die Bestäubungswahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Jetzt jedoch vermutet man, die Insektenmännchen bevorzugen bei den Weibchen eine etwas exotische Duftnote, denn sie fliegen eine solche Blüte lieber an als eine Blüte mit der Standardduftmischung der Weibchen. Der Grund hierfür könnte in einem instinktiven Bedürfnis der Männchen liegen, Inzucht zu vermeiden.

Aus obigen Erkenntnissen sollte man schliessen können, dass die Zuordnung von Bestäubern zu Ophrys-Arten doch nicht so streng spezifisch ist wie vermutet und dass deshalb die Artbestimmung nach Bestäubern nur eingeschränkt möglich ist.


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