Re: Pflege von Orchideenstandorten

Geschrieben von Frank Harmetzky am 24. Oktober 2014 21:01:53:

Als Antwort auf: Pflege von Orchideenstandorten geschrieben von Wilhelm Streib am 24. Oktober 2014 09:18:17:

Ich bin viel in der Welt herumgekommen, aber niegendwo sonst wie in Deutschland werden Naturschutzgebiete mit so großer Hingabe "Kaputtgeschützt". Ich habe selber auch schon da Gegenbeispiel erlebt, wo eine Orchideenwiese mit dem einzigen Vorkommen von Epipactis palustris weit und breit in Oberhessen sich selbst überlassen wurde, weil ja Beweidung, oder Schnitt den Standort gefährden. Heute gibts da nur noch Weiden im Naturschutzgebiet mit Orchideen. Das AHO-Bayern hat einige vorbildliche Untersuchungen über die richtige Beweidungen von verschiedenen Typen von Orchideenwiesen gemacht und die scheinen bei ihren Flächen auf einen fast perfekten Weg zu sein.
Grundsätzlich sollte man Magerwiesen nur kurz beweiden und auch erst dann wenn die Pflanzenarten, die man schützen will schon gefruchtet haben.
Eine Beweidung mit Ziegen scheint wohl am besten zu sein, weil die mit Vorliebe sogar an Dornensträucher gehen und auch größere Sträucher zumindest soweit stutzen und schwächen, dass sie nicht zu viel Schatten werfen können.

>Seit vielen Jahren besuche ich regelmäßig Orchideenstandorte an der Schwäbischen Alb, vor allem in den Landkreisen Esslingen und Göppingen, so dass ich dort die meisten seltenen Pflanzen kenne. Dieses Jahr wurde ich mehrfach sehr frustriert, weil genau zur Hauptblütezeit auf den wertvollsten Standorten über Wochen Schafherden eingepfercht wurden, die die Flächen völlig verwüsteten. Die Schafe fressen ja hauptsächlich die Blütenpflanzen, während sie das Gras nur zertrampeln und die Wildrosen und Schlehen übehaupt nicht beachten. Ganze Bestände von Purpurorchis, Hummelragwurz, Bienenragwurz, Waldhyazinthen und Dactylorhiza wurden so abgefressen. Vom Naturschutzbeauftragen des Landkreises Esslingen wurde ich belehrt, dass das so ganz richtig und notwendig sei zur Erhaltung der Standorte, aber ich habe da so meine Zweifel. Auf einigen Flächen im Landkreis Göppingen wurden über mehrere Jahre hinweg mit großem Aufwand Ziegen gehalten und nun sind die ehemals reichen Orchideenvorkommen dort völlig verschwunden. Jetzt im Herbst werden wieder gezielt die Standorte von Fransenenzian und Deutschem Enzian zerstört. Ist das wirklich Naturschutz? Hat man da vielleicht doch den Bock zum Naturschützer gemacht? Ich habe beobachtet, dass auf nicht "gepflegten" Magerwiesen Orchideen und Enziane wunderbar gedeihen.



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