Pflege von Orchideenstandorten

Geschrieben von Wilhelm Streib am 24. Oktober 2014 09:18:17:

Seit vielen Jahren besuche ich regelmäßig Orchideenstandorte an der Schwäbischen Alb, vor allem in den Landkreisen Esslingen und Göppingen, so dass ich dort die meisten seltenen Pflanzen kenne. Dieses Jahr wurde ich mehrfach sehr frustriert, weil genau zur Hauptblütezeit auf den wertvollsten Standorten über Wochen Schafherden eingepfercht wurden, die die Flächen völlig verwüsteten. Die Schafe fressen ja hauptsächlich die Blütenpflanzen, während sie das Gras nur zertrampeln und die Wildrosen und Schlehen übehaupt nicht beachten. Ganze Bestände von Purpurorchis, Hummelragwurz, Bienenragwurz, Waldhyazinthen und Dactylorhiza wurden so abgefressen. Vom Naturschutzbeauftragen des Landkreises Esslingen wurde ich belehrt, dass das so ganz richtig und notwendig sei zur Erhaltung der Standorte, aber ich habe da so meine Zweifel. Auf einigen Flächen im Landkreis Göppingen wurden über mehrere Jahre hinweg mit großem Aufwand Ziegen gehalten und nun sind die ehemals reichen Orchideenvorkommen dort völlig verschwunden. Jetzt im Herbst werden wieder gezielt die Standorte von Fransenenzian und Deutschem Enzian zerstört. Ist das wirklich Naturschutz? Hat man da vielleicht doch den Bock zum Naturschützer gemacht? Ich habe beobachtet, dass auf nicht "gepflegten" Magerwiesen Orchideen und Enziane wunderbar gedeihen.



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